Einträge Seite 7

  • Meine Zeitebenen auf der Reise, Reisestil

    Sorry, wenn das jetzt ein bisschen abstrakt klingt.

    Mir ist nebenbei aufgefallen, dass ich mich auf der Reise mit vier unterschiedlichen Zeitebenen beschäftige:

    • rückschauend: wenn ich blogge, lasse ich den jeweiligen Tag nochmal Revue passieren, recherchiere vielleicht noch ein paar Fakten oder sichte neben den Fotos die Handzettel, die man bei vielen Sehenswürdigkeiten bekommt.
    • gegenwärtig: wenn ich unterwegs bin, dann geht es um das aktuelle Erleben
    • kurzfristig: Feinplanung, also wenn ich überlege, zu welcher Sehenswürdigkeit fahre ich heute/als nächstes, wie lange kann/will ich hier bleiben, damit ich am Abend dort ankomme/das gemacht habe, was ich vorhatte. Kann fallweise mit “gegenwärtig” zusammenfallen.
    • mittelfristig: wo will ich als nächstes/zu einem bestimmten Zeitpunkt übernachten, und wie komme ich dorthin, ggf. muss ich ein Ticket im voraus buchen. Manche werden das als optional sehen, aber mir gibt es schon ein gutes Gefühl, wenn ich weiß, wo ich die nächste Nacht schlafen werde, oder wieviele Nächte ich noch am aktuellen Ort bleibe.

    Ich hatte in einer meiner Mails ja schon geschrieben, dass ich den Umfang des Bloggens überdenken will. Einerseits ist die Rückschau auch für mich eine schöne Sache, weil sie das Erlebte abrundet und ein wenig aufarbeitet. Aber wenn ich jeden Tag bloggen will, kostet mich das einfach zu viel Zeit. Und speziell bei meinem Rückstand aus Korea habe ich gemerkt, dass ich dann gedanklich noch sehr beim “Gestern” bin, das vereinnahmt mich und hindert mich daran, aktuelle Pläne zu machen und etwas zu unternehmen. Einige Leser haben auch angemerkt, dass es verwirren kann, wenn ich die Einträge auf den jeweiligen Tag rückdatiere, das werde ich aufgeben, denn umso länger ein Erlebnis zurückliegt, umso weniger kann ich das durchhalten. Für die “Reise-Timeline” muss ich mir dann wohl was anderes ausdenken.

    Dass die mittelfristige Planung so einen breiten Raum einnimmt, liegt auch daran, dass ich die Reise bisher im wesentlichen so durchgeführt habe, wie ich das von organisierten Rundreisen kenne: ich suche mir jeweils an dem Ort, wo ich was vorhabe, oder in der Nähe davon eine Unterkunft, und wechsle diese also relativ oft. Ich stelle aber fest, dass das als Einzelreisender wesentlich mühsamer ist. Zum einen weil ich jedes mal eine Entscheidung für ein Hotel/Hostel/whatever treffen und entsprechend buchen muss, ferner weil das Gepäck nicht im Reisebus einfach mitkommt oder sonstwie durch die Gruppe organisiert einfach da aufpoppt wo es hin soll, sondern ich es an Wechseltagen lagern und wieder abholen oder mit mir rumzerren muss.

    Ob ich diesen Stil weitere gut zwei Monate so durchhalte, bezweifle ich ziemlich. Da ist das Modell mit einer für längere Zeit festen Basis und Tagestrips von dort weg, bzw. ggf. auch mal einfach die Basis eine Nacht nicht zum Schlafen verwenden schon deutlich bequemer - aber kostet dafür eben auch Fahrzeit. Eine Unterkunft nah an einem zentralen Bahnhof ist auf jeden Fall angenehm und spart wiederum Fahrzeit. Ich habe halt “nur” zwei Drei-Wochen-Railpässe fürs ganze Land, die ich noch für später aufhebe. Hie und da muss ich auch einfach mal durchschnaufen und nichts unternehmen, da ist es eigentlich egal, wo ich gerade bin, solange ich mich vor Ort wohlfühle. Da fällt mir schon ein deutlicher Unterschied im Preisniveau zu Korea auf: fürs gleiche Geld, was dort ein schönes Hotelzimmer gegeben hat (auch wenn die dort es oft Hostel nennen), bekomme ich in Japan nur eine Absteige. Für ein ähnliches Niveau muss ich mindestens das doppelte rechnen - was aber auch noch keine Katastrophe ist (40-50 EUR pro Nacht statt 20).

    Auf jeden Fall bin ich heilfroh, dass ich mich beim Gepäck für die Variante nur mit kleinem Rucksack und Trolley und nicht fullsized Koffer entschieden habe. Den Trolley kann ich ziemlich leicht im Zug/Bus und auch zu Fuß mitnehmen, ist kein Umgetüm auf Rolltreppen und ist schnell hochgelupft auf normalen Treppen, passt in die Gepäckablage im Zug oder in ein mittleres Schließfach.

    Konkret bin ich gerade am Überlegen, was ich morgen mache. Eigentlich war Kyushu noch deutlich mehr eingeplant, das habe ich wegen Omihachiman abgebrochen, aber jetzt würde es ganz gut passen, bis ich dann für die AnimeJapan in Tokyo bin.

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  • Omihachiman Sagicho Matsuri -- heitere Kämpfe mit Holzflößen und abendliches Feueropfer 13.3.2016

    Heute (Sonntag der 13.3.) nachmittag war ich in Omihachiman, um etwas vom Sagicho Matsuri zu sehen. Es ist ein Neujahrsfest nach chinesischem Kalender, das sich auf den großen Feldherrn und Strategen Oda Nobunaga zurückführt, der in Azuchi, heute ein Ortsteil von Omihachiman, ab 1576 seine Burg errichten ließ.

    Im Lauf der vorausgehenden zwei Monate stellt jeder Ortsteil von Omihachiman eine Festskulptur her, einen sogenannten Sagicho, der aus Stroh und Nadelholz besteht, und mit verschiedenen Nahrungsmitteln sowie dem Tierkreiszeichen fürs neue Jahr geschmückt ist. Montiert auf einem Holzgestell wird das Teil von Männern oder Kindern im Ort herumgetragen, wobei sich die Gruppen Zweikämpfe miteinander liefern.

    Ich bin mit dem Zug angereist und nach der ersten Kurve unweit vom Bahnhof öffnet sich der Blick in die Hauptstraße:

    Omihachiman: Blick entlang der Hauptstraße

    Omihachiman: Blick entlang der Hauptstraße

    Hier deutet noch nichts auf das Fest hin. Das Schreingelände, das den Mittelpunkt des Festes ausmacht, befindet sich am Fuß des Berges im Hintergrund.
    Man kann vom Bahnhof entweder etwa eine halbe Stunde zu Fuß gehen, oder einen Linienbus nehmen. Ich habe auch etliche Japaner mit Mietfahrrädern gesehen.

    Insgesamt läuft das Matsuri das ganze Wochenende. Es beginnt Samstag mittag mit der Ausstellung der Sagicho, einer Parade durch die Straßen im Umfeld des Schreins, und am Abend der Prämierung des besten Sagicho. Die Details sind leider nur auf japanisch online, ich habe Google translate auf die Matsuri-Webseite angesetzt und mir den Rest zusammengereimt.

    Auf dem Weg fällt mir ein besonders schön farbig eingelegter Kanaldeckel auf:

    Omihachiman: Kanaldeckel in Farbe

    Omihachiman: Kanaldeckel in Farbe

    Und schon bin ich mittendrin. So sieht also ein Sagicho aus, auf dem Bild sind zwei hintereinander:

    Omihachiman: zwei Sagicho

    Omihachiman: zwei Sagicho

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  • Kurzinfo: Omihachiman ist früher als gedacht -- Umplanung

    Wie ich gestern erst bemerkt habe, findet das Sagicho Festival in Omihachiman am Biwa-See nicht wie von mir erwartet am 19.-20.3. sondern schon am 12.-13.3. statt. So musste ich ein wenig umplanen.

    In Fukuoka hatte ich vier Nächte gebucht, 7.-11.3., jetzt hab ich mir einen Willer Japan Bus Pass 5 Tage AllDay geholt und als ersten Tag am 11.3. den Nachtbus Fukuoka-Kyoto gebucht.
    Ich war ja bisher relativ billig unterwegs, zum Ausgleich habe ich 12.-14.3. zwei Nächte in einem feinen Hotel in Kyoto gleich bei Kyoto Station gebucht. Von dort bin ich schnell in Omihachiman.

    Am 14.3. bietet sich dann ein Abstecher nach Nara zum letzten Tag des Omizutori an.

    Die Besichtigung der kaiserlichen Anlagen in Kyoto am 18.3. ist ja längst gebucht, bei den zwei Nächten 17.-19.3. in Kyoto bleibe ich dann auch. Dazwischen denke ich, werde ich in Osaka übernachten und Abstecher nach Himeji und Kobe unternehmen.

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  • Fukuoka Tag 1 - 7.3.2016

    Am Ankunftstag in Fukuoka habe ich mir erstmal so einen Touristen-Eintages-Pass für 820 Yen geholt, der gleich am Hafen beworben und an der Tourist Info verkauft wurde:

    Fukuoka Tourist City Pass

    Fukuoka Tourist City Pass

    Dann gings mit dem Bus erstmal zu Hakata Station. Heute ist Hakata ein Stadtteil von Fukuoka. Früher waren es zwei benachbarte Städte: Fukuoka war die Burgstadt und Hakata die Händler- und Hafenstadt.

    Vor dem Bahnhof waren eine Reihe von Doraemons aufgestellt, wenn ich das richtig gesehen habe, um einen bevorstehenden Kinofilm zu promoten. Personen jeden Alters posierten mit den Figuren für Fotos.

    Fukuoka: Doraemon-Figuren vor Hakata Station

    Fukuoka: Doraemon-Figuren vor Hakata Station

    Nun hatte ich aber nur noch ein paar japanische Münzen im Geldbeutel, ein ungutes Gefühl, also habe ich sobald ich die charakteristischen Farbstreifen gesehen habe, einen 7-Eleven angesteuert, um Yen abzuheben.

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  • Korea: Busan, Beomeosa-Tempel und Überfahrt

    Von Singyeongju braucht der KTX gerade mal eine halbe Stunde nach Busan. Ich hatte mich nicht informiert und dachte er hält zwischendrin nochmal, aber als alle ausstiegen, wurde mir klar, dass das schon Busan ist. %-)

    Beim Spazieren durch Busan fallen russische/kyrillische Schilder auf:

    Korea, Busan: ein russisches Schild

    Korea, Busan: ein russisches Schild

    Ich habe gehört, in den dortigen Fischfabriken und im Hafen arbeiten wohl viele Russen.

    Aber auch Deutschland ist präsent:

    Korea, Busan: das German Building

    Korea, Busan: das German Building

    Zwei benachbarte Strässchen bilden die “40 Stufen Kulturstraße”, die an die schwere Zeit während und nach dem Koreakrieg erinnern soll. Mehrere lebensgroße Skulpturen sollen Lebensmut ausdrücken, z.B. der Akkordeonspieler:

    Korea, Busan: 40 Gyedan Cultural Theme Street, der Akkordeonspieler

    Korea, Busan: 40 Gyedan Cultural Theme Street, der Akkordeonspieler

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